20.09.2008
Warum vorsorgen?
Weil der Generationenvertrag ausgedient hat
In den fünfziger Jahren, als die damalige Bundesregierung unter Konrad Adenauer eine grundlegende Reform des Rentensystems beschloss, machte er dem Wahlvolk eines der größten Steuergeschenke aller Zeiten: Die Grundformel des Generationenvertrages lautet: Wer aktiv im Berufsleben steht, finanziert durch einen kleinen Teil seines Gehaltes die wohlverdienten Renten derjenigen, die sich im Ruhestand befinden.
Weil sich die Bevölkerungspyramide auf den Kopf stellt
Als die Bevölkerungsstruktur noch einer Pyramide glich – das heißt: Viele Junge “unten”, wenig Alte “oben”, und die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich unter der heutigen lag, funktionierte die Sache auch relativ reibungslos. Durch die bekannten Entwicklungen der Bevölkerungszusammensetzung, insbesondere bei den Erwerbstätigen, änderten sich die Rahmenbedingungen, und seitdem stellt sich die Pyramide mit jedem Jahr mehr auf den Kopf – mit dramatischen, damals überhaupt nicht absehbaren Konsequenzen: Schon heute müssen wesentlich weniger “junge Leute” für ein wachsendes Heer von Rentenempfängern aufkommen – das macht sich mit immer höher steigenden Beiträgen zur Rentenkasse bemerkbar. Es ist absehbar, dass die gesetzliche Rente in absehbarer Zeit an ihre Grenzen stößt und kollabiert.
Weil die Rente nicht sicher ist
Das heißt: es ist eben nicht sicher, ob künftige Bundesregierungen ohne eine einschneidende Kürzungen der Rentenansprüche auskommen werden.
Diese Entwicklung kann man gelassen abwarten und darauf vertrauen, dass alles schon gutgehen wird, wie es bisher immer gutgegangen ist: Wenn man selber erst mal Rentner ist – sofern man das “überhaupt” erlebt – wird schon genug im Portemonnaie sein.
Weil Vorsorge so einfach ist
Man kann aber auch vorausschauend heute für den Fall vorsorgen, dass es eben anders kommt: Durch private Vorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Damit kann man heute aktiv die eigene finanzielle Zukunft entscheidend mitgestalten – damit der Ruhestand kein finanzieller Albtraum wird, sondern der wohlverdiente Genuss des durch lebenslange Arbeit und klug angelegte Geldbeträge und Versicherungen errungenen Lebensabends.
Das sagen Sie so leichtfertig und machen die gesetzliche Rente schlechter, als sie ist. Sie erwähnen gar nicht, dass man erheblich von den staatlichen Zusatzleistungen profitieren kann. Ich nenne nur Erziehungszeiten, die bei der Berechnung der Rente berücksichtigt werden. Und wenn Sie arbeitslos werden, zahlt der Staat die Beiträge weiter.
Es geht darum, “die Rente” endlich vernünftig auszubauen. Geld genug ist da – sämtlich privat aufgebrachte Beträge für die teuren Riester-Verträge.
Ich mein ja nur.